Donnerstag, 20. August 2015

Traum von blauem Bier

Ich traf in meinem Traum auf eine Bekannte, die mir erzählte, sie hätte von ihrer Oma eine Kneipe geschenkt bekommen. Heute nun fände das große Opening statt, und ich solle ihr doch helfen. Ehe ich mich versah, stand ich auch schon hinter einem der Tresen, von denen die Kneipe, mit Ballermann Charakter, zwei beherbergte. Es war partymäßig bereits viel Betrieb am Tresen der besagten Bekannten, aber so kenne ich sie. Sie steht immer gern im Mittelpunkt und nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau. 


 Sie hat eine spezielle Art an sich, mit der sie ihr Image gern zu Lasten anderer aufpoliert. So etwas funktioniert aber nur, wenn man ein einnehmendes Wesen hat. Dementsprechend war Ihr Tresen rappelvoll. Ich fing gerade mit den Vorbereitungen an. Als die ersten Leute an meinen Tresen strömten, wollte ich ihnen wenigstens ein Bier vorsetzen. So dass ich in aller Ruhe die restlichen Vorbereitungen für ein lange Partynacht treffen konnte. Niemand half oder erklärte mir irgendetwas, Das erste Bier, welches ich fachmännisch zapfen wollte, war komplett schal. Nicht einmal der Anflug von Schaum war zu sehen. Hektisch drehte ich an einigen Verschlüssen herum, in der Hoffnung, es möge eine Sauerstoffflasche dabei sein, die das Bier aufsprudelt. 


Ha, es zischte. Ich füllte also ein neues Glas mit Bier, doch statt goldgelber Gerstensaft, ergoss sich eine glasklare königsblaue Flüssigkeit ins Glas. Ein Murren ging von den Leuten aus, die spärlich meinen Tresen umstanden und dann zogen sie auch schon enttäuscht ab. Ich wunderte mich, zumal das blaue Gebräu tatsächlich wie ein gutes Bier schmeckte. Ratlos hielt ich mein Glas betrachtenderweise hoch, kam aber nicht umhin den reinen, tiefblauen Farbton zu bewundern, Mein Blick wurde angezogen durch diese Bekannte, die mich vom benachbarten Tresen aus beobachtete und eine eindeutige Geste machte, die besagte: “Unmöglich, die Frau, zu nichts zu gebrauchen.“ Ich war entrüstet und dachte mir: “Undank ist der Welt Lohn.“ Mit einem blödsinnigen Gefühl des Versagens bin ich aufgewacht.