Sonntag, 15. Februar 2015

Minifant und Eselspizza


Die erste Traumsequenz konfrontierte mich mit 2 rücksichtslosen Reitern, die in einem mir bekannten Stadtteil meiner Heimatstadt auf dem engen Gehweg entlang jagten. Nicht nur, dass die Pferde viel zu klein für die Reiter waren, sie wurden von den Reitern zusätzlich noch gnadenlos zusammengestaucht, im Sinne von kaltherzig und brutal geritten. Ich wollte gerade den Gehweg betreten, als sie an mir vorbei stoben, Ich brüllte die beiden an innezuhalten. Als sie bedrohlich auf mich zu geritten kamen, ließ ich mich, erbost wie ich war, kein bisschen aus dem Konzept bringen. Ich begann ihnen sofort einen Vortrag darüber zu halten, wie man mit Pferden, wenn man es sich schon nicht verkneifen kann auf ihnen zu reiten, umzugehen hat.

Das schien sie zu beeindrucken. Wie sich herausstellte hießen die beiden Reiter Jenny und Gordon. Wir liefen, einträchtig in eine Unterhaltung über die Seele der Pferde vertieft, aus der Stadt hinaus. Bevor ich dazu kam darüber zu staunen, dass die beiden offensichtlich meine Ansichten teilten, bemerkte ich, dass wir nicht mehr in Deutschland waren, die Landschaft trug die Merkmale einer Prärie. Der Weg unterteilte sich in 2 Reifenspurrillen. Die beiden Pferde trotteten hinter uns her. Am Wegesrand sprudelte eine munteres Bächlein neben uns her, was immer breiter wurde, bis wir schließlich auf einem Hügel standen und auf ein Gewässer mit azurblauen Tiefen hinunterschauten. Es sah phantastisch aus. Die Sonne schien, eine warme Brise strich über mein Gesicht und ich fragte, ob sie denn manchmal in dem Gewässer baden gehen würden. Nein, sagte Gordon lachend, aber der hier. Ich folgte seinem Blick und gewahrte einen kleinen Hund, der sich vor Freude winselnd um seine Beine wand.

An meinem Bein wand sich auch etwas, und zwar ein kleines schwarzes Elefantenbaby, ein kleiner süßer Minifant, welcher lustige Geräusche von sich gab und mir den Rüssel zur Begrüßung entgegen streckte. Ich war entzückt, ich streichelte es und es gluckste, als würde es lachen. Es klammerte sich an meinem Bein fest. Im nächsten Augenblick befand ich mich in einer Art großem Innenhof, mit vielen Leuten. Es sah aus wie eine orientalische Mischung aus Kasbah und Basar. Es war sehr laut und unversehens fand ich mich sitzend an einem Tisch wieder, der mit den verschiedensten Speisen gedeckt war. Eine beduinische Familie lud mich gestenreich ein das Abendessen mit ihnen zu teilen. Unmittelbar vor meiner Tonschüssel entdeckte ich eine Art Pizza, ich fragte, mit was sie denn belegt sei. Mich ärgerte, dass das Familienoberhaupt antwortete, denn ich fragte eigentlich die mir gegenüber sitzende Frau. »Mit verschiedenen Gemüsesorten und Kräutern« antwortete er. »Und was ist das für ein Fleisch?« wollte ich wissen. »Esel« sagte er. 

Auf meine Frage hin, ob sie denn gut zu dem Tier gewesen seien, als es noch lebte, erntete ich erstaunte und ungläubige Blicke. Das war mir Antwort genug, also nahm ich die ganze Pizza und vergrub sie an der angrenzenden Mauer. »Warum hast du das getan?« fragte der Beduine. Ich antwortete »Aus Respekt.« So, als sollte ich für diese Ungeheuerlichkeit bestraft werden, befand ich mich plötzlich in einem dunklen Saloon, wo ich Jenny und Gordon wiedersah. Aber sie schienen gealtert zu sein und sie waren sehr traurig. Ich bekam Panik, weil viele der Gäste mit mir reden wollten, alle auf einmal. In meinem Kopf hörte ich, dass Gordon immer wieder nach Jenny rief, aber das war nur der Übergang zu einer anderen Traumszene. Ich war wieder in good old Germany, stand auf der Straße und diskutierte mit meiner Tochter, die extrem abgemagert war und die meine Haare auf dem Kopf trug. Sie wollte zu meiner Freundin fahren und wieder mal einen wichtigen Termin versäumen. 

Ich sollte, auch wieder mal, die Kartoffeln für sie aus dem Feuer holen und den Termin für sie wahrnehmen. Im Traum war es zumindest möglich, dass es keiner merkte, wenn ich als meine Tochter auftrat. Also fuhr ich los auf einem Fahrrad, welches dann aber unter mir zu schrumpfen begann, bis ich auf einem Dreirad saß. Ein Pedal war abgefallen und so musste ich mich anstrengen, dass ich mit meinen großen Füßen die kleinen Kurbeln bedienen konnte, welche das Dreirad in Bewegung setzten. Ich fuhr an den Straßenbahn Gleisen entlang, bis sie endeten. Ich stieg ab, um nicht die hohe Bordsteinkante hinunter zu rumpeln, wobei das Dreirad zweifelsohne ganz kaputt gegangen wäre. Ich stand auf mir gänzlich unbekanntem Terrain. Ratlos und in dem Bewusstsein den Termin nicht wahrnehmen zu können, blickte ich rechts und links die Straße rauf und runter. Grübelnd, welche Straße das sein könnte, bin ich aufgewacht.