Mittwoch, 17. Dezember 2014

Amazonas oder Mekong?

Das Wasser, in welchem ich ins Traumgeschehen hinüberwechselte, war warm, bräunlich-gelb und träge dahinfließend. Ich war nicht allein in dem Fluss, eine frühere Schulfreundin schwamm 3-4 Meter hinter mir. Ich fühlte mich wohl und hätte noch stundenlang so dahin paddeln können, denn das bemerkenswerteste an der Situation war, dass ich absolut in meiner Mitte ruhte. Nichts hat mich getrieben, ich musste nirgendwohin, ich hatte weder Hunger noch Durst, ich war eins mit allem. Ein tolles Gefühl, einfach nur zu sein, nichts weiter. Plötzlich sah ich meine Mitschwimmerin am Flussufer stehen und wild gestikulieren. Ich verstand nicht, was sie mir die ganze Zeit zurief. Ich bewegte mich langsam in ihre Richtung, als das Wasser plötzlich um mich herum aufgewirbelt wurde. Ich schwamm augenblicklich schneller, da ich die Urangst verspürte, wie wenn etwas aus dunklen Tiefen empor taucht. Als ich zurückschaute, sah ich, dass an der Stelle, an der ich mich noch vor wenigen Augenblicken befand, eine riesige Schlange auftauchte. 


Meine ehemalige Schulfreundin hüpfte am Ufer aufgeregt hin und her und gestikulierte wild auf einen unbestimmten Punkt neben mich, als auch schon die nächste, unvorstellbar riesige Schlange neben mir auftauchte. Ich dachte mir, was soll dieses Geschrei wegen diesen Schlangen, die sicher mehr Angst vor mir haben, als ich vor ihnen? Die zweite Schlange schließlich schwamm schleunigst zu der anderen in der Flussmitte, es kam mir so vor, als wenn die beiden Riesenschlangen zusammen gehörten. Eben noch watete ich auf das schlammige Ufer zu und dachte, dass dieser Fluss sicherlich der Amazonas wäre, als ich mich auch schon in einem anderen Traumgeschehen wieder fand. Ich stand auf einem Marktplatz, der ziemlich asiatisch aussah, ich war gekleidet wie ein typischer Tourist und ich führte an der Leine statt eines Hundes einen Drachen. 


Er war noch jung und verspielt. Er war etwa kniehoch, massig breit, fast etwas pummelig und er hatte zwischen seinen goldenen Schuppen einige rote. Er lief freudig auf ein Straßen Café zu, um sich von den Gästen Streicheleinheiten abzuholen. Diese reagierten aber ängstlich bis böse auf meinen freundliche Drachen. Ich dachte mir, typisch Asiaten, die mögen Tiere eben nur auf ihren Tellern. Ich entschuldigte mich gestenreich und zog meinen Drachen zu mir, um ihn zu trösten und eigentlich auch um ihn zu beschützen, damit er keinen Tritt abbekommen möge. Grübelnd, ob dieser Fluss nun der Amazonas oder der Mekong war, bin ich aufgewacht.