Dienstag, 9. September 2014

Das geklaute Fahrrad

In den Traum eingetreten bin ich mit dem Bewusstsein, dass ich gerade umgezogen war. In meinem neuen Zuhause befanden sich meine Tochter und meine beste Freundin. Wir wollten zur Feier des Tages essen gehen, nur fand ich meine Sachen nicht. Ich radelte also los, von der neuen- zur alten Wohnung, um meine Sachen zu holen, bzw. mich umzuziehen. Und danach wollten wir uns in unserem Lieblingsrestaurant treffen. 

Ich fuhr auf einer Straße entlang, die mindestens zehnspurig war. Es ging bergauf, der Himmel sah unheilverkündend aus. Ich fuhr einer dunklen Gewitterfront entgegen. Die Luft war kühl und roch herrlich nach Regen. Obwohl ich bergauf radelte, fuhr mein Fahrrad praktisch von selbst. Ich wurde immer schneller, bekam Panik, denn wer weiß, was mich auf der Bergkuppe erwartete? Ein Stau vielleicht? Und wenn ich so schnell bergauf fuhr, ohne dass ich bremsen konnte, was sollte das werden, wenn es erst bergab ging? Aber es ging alles gut, das Tempo normalisierte sich. Als ich bergab fuhr, sah ich auf der rechten Seite einen Supermarkt. 

Davor befand sich eine Art Wochenmarkt. Ein Bauer bot seine Ware an und neben seinem Verkaufsstand war eine Kuh angekettet, viel zu kurz. Das Tier war sehr unruhig, es brüllte und zerrte an der kurzen Kette. Kein Wunder, dachte ich mir, hat es doch nichts zu saufen und zu fressen, es kann sich kaum bewegen. Überhaupt, was sollte das werden? Gehört so ein Tier nicht auf die Weide? Na warte, dachte ich mir, während ich von meinem Rad abstieg, Dir werde ich was erzählen. Mit diesem Gedanken drehte ich mich zu dem Bauern um. Doch die Kuh war verschwunden, ebenso wie der Stand. Der Wind wehte leere Verpackungen über den kleinen Platz und zerzauste meine Haare. Nun gut, dachte ich mir, da geh ich erst einmal in den Supermarkt, mal sehen was die so haben. Doch bis rein kam ich erst garnicht, der Gang war vollgestopft mit Jugendlichen. Rechts von mir war ein Bäckerei Stand, ich wollte mir unbedingt ein Stück Kuchen kaufen, hatte aber keine Chance.

Zerknirscht begab ich mich wieder nach draußen, fand mein Fahrrad aber nicht wieder. Auf einem Packtisch standen meine beiden Fahrradkörbe, welche der Dieb abmontiert haben muss. Ich rannte zurück in den Supermarkt, fragte die Jugendlichen, ob sie was gesehen hätten, aber alle schüttelten bloß mit dem Kopf. Ich fühlte mich verloren, gestrandet. Ich umrundete das Gebäude. Hinter dem Supermarkt war ein unbefestigter Weg, er führte durch Brachland, an ungemähten Wiesen vorbei. Auf dem Boden sah ich etwas Weißes liegen, ich hob es auf, ein Handy. Ich wollte es einfach einstecken, sozusagen als Entschädigung für mein geklautes Fahrrad. Plötzlich gewahrte ich seitlich am Weg ein junges Mädchen, ca. 14- 15 Jahre alt. Sie sah mich durchdringend an, so als könnte sie meine Gedanken lesen. Mist, dachte ich, die wird mich hundert pro bei der Polizei verpetzen. Ich wusste, dass ich gleich in den Supermarkt zurückgehen würde, um das Handy als Fundsache abzugeben. Bloß, wie komme ich jetzt von hier weg? Mit dieser Frage wachte ich auf.