Freitag, 13. Juni 2014

Der hässliche Ring

Im Traum fuhr ich in einem Auto mit ungefähr 6 -7 Leuten, die zu unterschiedlichen Zeiten in meinem Leben eine Rolle gespielt haben.  Es war ziemlich unruhig während der Fahrt, denn sie haben weniger miteinander, denn durcheinander geredet, sich gebalgt und gekabbelt. Ich saß im Fond, und als das Auto vor einem mir unbekannten Haus anhielt, wusste ich, dass wir zu einem Juwelier wollten.  Das Innere des Ladens war sehr düster und alt, ich habe keinen Schmuck gesehen. Die Verkäuferin kam rüber wie ein Mädchen für alles, sie sah altbacken aus in ihrer geblümten Perlonschürze.  Sie fragte mich, was ich suchte, ich sagte zu ihr: "Ich möchte einen Ring aus Weißgold kaufen mit einem Mystic Topas und er soll 700 € kosten." Ich gab ihr das Geld in die Hand. Hm, sagte sie, das kann ein Weilchen dauern und damit verschwand sie für lange Zeit aus dem Geschehen. Wir richteten uns bei dem Juwelier häuslich ein. Ein paar von meinen Begleitern erkundeten die hinteren Räume des Geschäfts.

Mit der Zeit verteilte sich die seltsame Schar in den spartanisch eingerichteten Schlafzimmern. Das eigenartige war, dass alle es für absolut normal hielten, dass wir in einer solchen Situation gefangen waren. In den muffigen Betten hatte schon lange keiner mehr geschlafen. Die Gardinen waren grau und erinnerten an die 60 er, genau wie die Möbel. Ich ging durch die Zimmer, sah zu wie sie schliefen und dabei hing ich meinen Erinnerungen nach, welche ich mit dem jeweiligen Schläfer verband. Als das Mädchen für alles erschien und damit meine Betrachtungen beendete, sagte sie, dass sie den gewünschten Ring nun habe. Sie zeigte mir ein sehr entäuschendes Exemplar. Der dünne Ring war aus Gelbgold, viel zu klein und zu filigran für meine großen Hände und der Stein prangte inmitten einer Art Spitzenbesatz aus Gold. Der Stein war klein, gelb und klitzerte kein bisschen. Ich war sehr enttäuscht , weil ich mit einem prächtigen Mystic Topas gerechnet habe.

Ich fragte sie ironisch, ob sie denn mit den 700 € hinkäme. Wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort: "Genau genommen kostet dieser Ring 768 €." Ärger und Entsetzen über die Dreistigkeit dieser Person wallten in mir hoch. Ich rief nach meinen Begleitern, die unverzüglich erschienen und allesamt verließen wir verärgert den Laden und zwar ohne Ring und auch ohne meine 700 €. Im Auto fingen wir an über das Erlebte zu debattieren. Einwürfe wurden laut wie: "Ts, ...nicht mal aussuchen konntest du den Ring....häßliches Schmuckstück und total überteuert...bei Ebay würde der nicht mal 20 € kosten...das sollten wir der heimzahlen... du hast nicht mal  dein Geld zurückbekommen". Usw. Plötzlich befanden wir uns alle erneut  in dem Juwelierladen, der eigentlich aussah wie eine geräumige Wohnung , und haben wüst gefeiert. Das Mädchen für alles war mitsamt dem hässlichen Ring verschwunden.

Ich suchte in einigen Schubladen herum und fand mein Geld wieder.  Es wurde eine ausgelassene Party. Ich sah die Kameras in den Ecken, die schon seit langem nichts mehr aufzeichneten. Mit dem Gedanken daran, dass das alles ein abgekartetes Spiel sei, bei dem der  ominöse Juwelier seinen Laden wahrscheinlich mit einer hohen Summe versichert hat, bin ich aufgewacht.