Dienstag, 18. Februar 2014

Orangensaft mit Zimt

Ich fand mich in einer riesigen Küche als Küchenmagd wieder. Die Herrscherin des Hauses, welche in einem weißen Negligé mit Federbesatz an einem ebenso weißen Flügel saß, bat mich freundlich um etwas zu trinken, vorzugsweise Orangensaft. Sie sah aus wie ein Engel. Ich machte mich auf die Suche nach Orangen, die ich in der großräumigen Küche an den unterschiedlichsten Orten in unterschiedlichen Qualitätskategorien fand. Manche Orangen war frisch, manche teilweise  grün, noch am  Zweig mit Blättern und andere waren bereits verschrumpelt.

Ich entschied mich dafür jede der Orangen zu verwenden, da ich sonst gezwungen wäre, um das Glas voll zu bekommen, auf Mandarinen zurückzugreifen, die ebenfalls zur Verfügung standen. Ich quetschte die Orangen also mit der Hand aus, bekam aber viel mehr Saft heraus, als ich ursprünglich dachte. Das Glas war also viel zu klein für die große Menge an Saft. Darüber hinaus wollte ich der Hausherrin eine Freude machen, weil sie doch so nett um etwas zu trinken gebeten hatte. Die Tochter des Hauses half mir bei der Suche nach einem größeren Glas, was sich als gar nicht so leicht herausstellte. Schränke mit Gläsern und allerhand anderem Geschirr gab es genug, aber entweder hatten die Gläser die falsche Größe oder sie waren nicht schön genug, teilweise angeschmutzt und manche klebten sogar in einer Art gallertartigen Schmiere am Boden fest. 

Ich sagte zu der Tochter: " Nee, also das will ich jetzt nicht näher ergründen." Das bezog sich auf das Zeugs, worin die Gläser fest klebten. Nun endlich hatte ich einen wunderschönen, mit blauen Elementen verzierten Glaspokal gefunden, als ich mir einfiel, dass der Saft nicht kühl genug sein könnte. Ich schickte die Tochter los, um nach Eiswürfeln zu suchen. Die Küche war wirklich riesig, hell, sehr modern eingerichtet und auf den ersten Blick perfekt, wenn man einmal von dem Dreck in den Schränken absah. Zimt, dachte ich, harmoniert gut mit dem Geschmack der Orangen und diese Suche gestaltete sich als weitaus schwieriger, als die nach dem Glas. Ich fand viele unterschiedliche Gewürzstreuer und Mühlen, die alle schon bessere Zeiten gesehen hatten. Ich fand keinen Zimt und ich sollte auch nie herausfinden, ob die nette Hausherrin ihr Getränk je erhalten hat, denn über dem Ärger mit dem Zimt bin ich aufgewacht