Donnerstag, 5. September 2013

Weintrauben Pony

Es war heller Tag und ich ritt im Traum auf einem kleinen, schneeweißen Pony an einer mir bekannten Straße entlang. Rechterhand befanden sich Felder, das gab mit den Eindruck von Spätsommer. Linkerhand nahm ich eine eine stark befahrene Straße wahr, daran erkannte ich die Tageszeit, Rush Hour, also Nachmittag. Mein weißes Traum Pony und ich näherten uns einer Ampel, an der eine Menschentraube darauf wartete, dass die Traum Ampel auf grün schaltet. Was aber nicht geschah, denn keiner von ihnen betätigte den Auslöser. Also ritt ich nahe an die Ampel heran, kommentarlos machte man mir auf meinem Pony Platz und ich betätigte den Auslösen, augenblicklich sprang die Ampel auf grün. 

Szenenwechsel und Zeitsprung

Ich war zuhause, ich wohnte in einem großzügig bemessenen weißen Traumhaus. Alles war irgendwie riesig. Die Eingangshalle bestand aus weißem Marmor, auch die Decke, die Wände und der Fußboden, trotzdem wirkte das auf mich im Traum nicht kalt. Auf dem Boden lagen Spielzeuge herum, ein Teddy, eine Trommel und allerlei Kleinkram, den ich nicht richtig einordnen konnte. Mein weißes Pony war auch dabei, es trippelte mir anfänglich überall hinterher. Es war immer noch abwechselnd an meiner Seite oder knapp hinter mir,  bis es sich auf einmal in ein Spielzeug Pony verwandelt hat. Ich dachte im Traum nur: "Ach herrje, auch das noch." Nach den Regeln der Traumwelt, in der ich mich befand, geschah so etwas aller naselang und es war ein allgemein bekanntes Ärgernis.

Im Verglich in etwa so, als wenn einem unterwegs in der realen Welt mitten auf einer Landstraße der Sprit zur Neige geht und keine Tankstelle weit und breit zu sehen ist. In dem Haus war keineswegs Stille, es rumorte aus allen Zimmern, in die ich aber keinen Einblick hatte, außer in die Küche. Aus der eilte mir ein aufgeregt zeterndes Kindermädchen, mit Rüschen Schürze und Staubwedel in der Hand entgegen. Ich hörte zwar ihre Stimme, verstand aber kein Wort von dem, was sie da sagte. Trotzdem wusste ich, dass sich ihr Lamento um meine 5 jährige Tochter drehte, die wieder irgendwas angestellt hatte. Sie forderte mich außerdem auf, doch einmal nachzuschauen, warum von draußen so ein Toben und Brausen käme. Dann hörte ich es auch, es klang aber eher wie das Fauchen und Brüllen einer Großkatze.

Szenenwechsel und Zeitsprung

Die nächste Traumszene erblickte ich auf dem Dach den Hauses. Ich befand mich ganz weit oben auf dem Haus, denn es besaß mehrere Dächer. Ich sah weit über die Landschaft hinweg und nichts versperrte mir die Sicht. Ich befand mich irgendwo in Amerika, in einem sehr flachen Bundesstaat. In der Ferne sah ich schwarze Wirbel auf das Haus zurasen, es waren mehrere Tornados, die sich zu einem großen Monster Tornado zusammen schlossen. Das machte mir aber keine großen Sorgen, weil ich mir fast sicher war, dass der Tornado mein Haus verfehlen würde. Ich wandte mich von der Szenerie ab und wollte gerade von einem Dach zum nächsten heruntersteigen, da erblickte ich eine in der Luft schwebende Erdscholle. Sie hatte sich hinter dem Haus aus dem Boden gelöst und konnte nicht weiter schweben, weil mein Haus im Weg war. 


Es war eine große Erdscholle, die mit Gras und sonstiger Vegetation bedeckt war. Ich dachte mir in meinem Traum: "Aha, so löst sich der Planet also endlich auf." Mitten auf der Scholle lag ein Urlauber auf dem Rücken, er hatte ein schreiend buntes Hawaii Hemd an und einen Arm sorglos über die Stirn gelegt. Er kaute auf einem Grashalm und grinste zu mir herauf. Unverschämtheit, dachte ich mir. Ich wollte ihm einen Schreck einjagen, damit er gewahr wurde, dass er sich nicht in einem Urlaubsparadies befand, sondern mitten in einer Katastrophe. Ich sprang auf die schwebende Scholle, aber ehe ich aufkommen konnte, befand ich mich wieder in meinem Haus in der Küche, nein, es war Küche und Badezimmer in einem. Alles immer noch in strahlendem weiß. Hinter mir befand sich mein kleines weiße Pony, es war aus einer Art Plastik, mit einem Plüschüberzug.

Ich war ganz entsetzt. Ich dachte mir, dass dieses Ende meines treuen weißen Ponys unwürdig war. Ich überlegte fieberhaft, was ich wohl tun könnte. In der Küchen Tür, die nach draußen führte, bewegte sich die Katzenklappe. erst dachte ich, dass der Sturm die Ursache dafür wäre, doch im gleichen Moment schoss aus der Klappe eine riesige Tiger Pranke in den Raum und schlug mit ausgefahrenen Krallen nach mir.Ich hörte das Klacken der Krallen auf den Fliesen. Dann versuchte der Tiger mit dem Kopf in den Raum zu gelangen, was ihm bis zur Brust gelang, er war sehr schön gezeichnet, sehr groß und sehr wütend. Ich hatte keine Angst, ich fühlte mich vollkommen sicher und der Tiger tat mir leid, denn ich wusste er war mir unterlegen, er konnte nur verlieren und mir kamen die vielen sinnlos abgeschlachteten Tiger in den Sinn, welche die Menschheit schon auf dem Gewissen hat. 


Ich weinte um den Tiger, denn ich wusste in dem Augenblick, er war der letzte seiner Art. Während der ganzen Zeit versuchte mich der Tiger zu erwischen, er fletschte die Zähne und brüllte ohrenbetäubend. Ich wollte ihm helfen, aber wie sollte ich ihm das begreiflich machen, dass ich nicht sein Feind bin? Trotz aller Empathie, eine bizarre Situation, denn schließlich wollte er mich ja fressen. Ich fing an den Tiger mit einem Bleistift zu piksen, ich wollte ihn zum Rückzug zwingen. Er verstand und zog sich grummelnd zurück, er legte sich quer vor die Klappe und bot mir seine Flanke dar. Ich griff durch die Klappe und streichelte den laut schnurrenden Tiger und ich wusste, er würde bei mir bleiben, so dass ich ihn beschützen kann. Dann wandte ich mich wieder meinem zum Spielzeug erstarrten weißen Pony zu. Ich entdeckte, dass eine Art geheimes Fach im Rücken des Ponys eingelassen war. 

Ich öffnete es und konnte so in das innere des Ponys schauen, es war gefüllt mit einer Art Flüssigkeit, im Traum wusste ich, dass es sich um Batterie Säure handelte. In der Hand hielt ich plötzlich Weintrauben, sie waren hellgrün und gelb. Die kleinsten von ihnen waren am süßesten, ich nahm eine kleine gelbe Weintraube zwischen die Finger und quetschte den Saft der Traube in die Batteriesäure. Das Pony fing an zu zucken, ganz leicht. Immer mehr Trauben quetschte ich in das Innere des Ponys hinein, um es wieder zum Leben zu erwecken. Mit dem bedauernden Gedanken, dass ich nicht genug Trauben dafür habe, bin ich aufgewacht.