Donnerstag, 29. August 2013

Zwei Engel


Ich schwamm in einem nahe gelegenen See in dunkler Nacht durch angenehm warmes und klares Wasser. Sowohl links, als auch rechts wurde ich von zwei, eindeutig männlichen, Engeln flankiert. Sie sahen nicht so aus, wie man sich das vorstellt. Sie hatten weder Flügel, noch hatten sie etwas gütiges oder gar liebreizendes an sich. Es waren zwei ziemlich ernste und beinahe unfreundliche Engel mit schwarzen Haaren und der Ausstrahlung einer machtvollen uralten Energie.

Ich habe mich nicht getraut genauer hinzuschauen, also schwamm ich geradeaus und wartete was passieren würde. Ich hatte den Eindruck, sie sollten mich irgendwohin geleiten, aber weniger um mich vor etwas zu beschützen, sondern mehr in der Art, als hätten sie den Auftrag aufzupassen, dass ich keinesfalls einen anderen Weg einschlagen würde. Auf der linken Seite befand sich das Ufer, die beiden Engel stiegen vor mir, splitterfasernackt und eindeutig männlich, die steinige und gefährlich aussehende Ufer Böschung hinauf, über große und kleinere Felsbrocken hinweg, welche sich jederzeit lösen konnten.

Sie standen übergroß am Ufer und streckten mir ihre Hände hin, ich solle ihnen ans Ufer folgen, ich sollte unbedingt die gefährlich Böschung hinauf kraxeln. Da erwachte in mir der Trotz, ich schüttelte den Kopf und schwamm einfach weiter und ignorierte damit ihre überirdische Präsenz. Das erst drohende Rufen, dann das Bitten und Flehen der Engel begleitete mich noch ein ganzes Stück weiter. Ich grübelte in meinem Traum, während ich weiter schwamm, warum ich die Engel wohl als bedrohlich wahrgenommen hatte. Sie waren sehr groß, kräftig gebaut mit sehr weißer Haut. Ich habe Anstoß daran genommen, weil sie so herrisch aufgetreten sind und dass sie mir beim heraussteigen aus dem Wasser ihre nackten Hinterteile entgegen gereckt hatten, das sah wirklich obszön aus, ganz und gar nicht engelmäßig.

Es kam mir so vor, als wären das zwei Krieger Engel gewesen, die einen unliebsamen Auftrag, den ich darstellte, zu erfüllen hatten. Die Stimmen der Engel wurden immer leiser, bis sie ganz verstummten. Ich schwamm auf ein flaches Ufer zu. Ohne Mühe und Anstrengung stieg ich aus dem Wasser und stand am sanften Ufer des Sees, der ein wenig über die Ufer getreten war. Ich sah an mir hinunter und blickte auf meinen rechten nackten Fuß, der im kristallklaren Wasser auf weichem Rasen,der mit unzähligen Gänseblümchen übersäht war, stand. Dann schaute ich auf und sah in der Ferne die Lichter einer Stadt.

Ich hatte zwar nicht das Bedürfnis meine ruhige Idylle zu verlassen, aber ich fand es sehr beruhigend eine Stadt in der Nähe zu wissen. Friedlich und mit dem guten Gefühl das richtige getan zu haben, bin ich aufgewacht.