Montag, 1. April 2013

Jungbrunnen



Ich stand inmitten eine Gartens, der in voller Kirschblüte stand, allerdings vor einem schwarzen Hintergrund. Es sah aus wie eine Kulisse, unwirklich schön. Ich war barfuss, hatte ein weißes langes Seidennachthemd an und stand auf dem Rasen, der nass vom Tau war. Die linke Seite des Gartens grenzte an ein Felsmassiv, aus dem eine Quelle sprudelte. 

Das klare und eiskalte Wasser ergoss sich in ein natürliches Felsbecken, ich spürte frische Energie auf mich einströmen. In dem Wasser schwammen viele bunte kleine Fische herum, es war ein sehr schöner Anblick. Irgendwie sah die ganze Szenerie wie frisch gewaschen aus, rein könnte man auch sagen. Ich ließ meinen Blick in die andere Richtung schweifen, um zu schauen, ob es außer den Kirschbäumen noch etwas anderes Sehenswerts gab, aber ich sah nur die endlose Reihe von Kirschbäumen, die sich in der schwarzen Ferne verlor. 

Ab und zu blies eine frische Brise Kirschblütenblätter durch die Luft. Als mein Blick sich wieder auf die Geschehnisse vor mich heftete, stand ich vor einer großen Badewanne aus weißem Marmor. Die Badewanne sah zwar nicht abgenutzt aus, trotzdem war sie unbehauen. Sie stand auf marmornen Raubierfüßen. Die Badewanne war ein robustes Kunstwerk von roher Schönheit, sie war aus dem Ganzen gearbeitet. Das Fischbecken war zwar immer noch zu sehen, schien aber geschrumpft zu sein. Ein Teil der Quelle plätscherte nach wie vor in das Naturbassin, aber ein anderer Teil der Quelle sprudelte in die Badewanne. Ich hörte das Geräusch plätschernden Wassers, aber untermalt wurde dies von einer lieblichen Musik, die ohne jeden Zweifel sprudelndes Wasser zum Inhalt hatte. 

Im Traum hatte ich den Gedanken an einen Jungbrunnen und wunderte mich darüber, dass dieser mit einer, wenn auch wunderschönen Badewanne, zu tun hat. Eine Weile stand ich reglos und empfand diese paradiesische Szene wie pure Magie. Ich betrachtete fasziniert das Wasser, dass sich in Kaskaden  in die Wanne ergoss, dabei stellte ich verwundert fest, dass die Nässe dem Marmor ein anderes Aussehen verlieh, denn er war plötzlich durchzogen von glitzernden Goldadern. Die Szene änderte sich und sich sah mich selbst in der Wanne sitzen mit einem Alterego von mir.

Ich saß in der Wanne gegenüber einem kleinen Mädchen, dass ich selbst als Kind war und gegenseitig wuschen wir uns die Haare. Wir hatten beide richtige Schaumkronen auf den Köpfen. Wie wir da so saßen, lachten und herumalberten entfernte ich mich als Zuschauer immer weiter. Der wunderschöne Garten mit allem darin wurde unschärfer, er verschwand praktisch vor meinen Augen, aber das helle Lachen der Badewannen- Insassen, begleitete mich auch noch längst nachdem ich aufgewacht war durch meinen Tag.