Sonntag, 24. März 2013

Traum - Triptychon



Ein altertümlicher Zug, gezogen von einer alten Dampflokomotive, fährt langsam durch eine Landschaft, die eigentlich gar nicht zu sehen ist. Ich saß zwar im Zug am Fenster, konnte aber auch die Außenperspektive wahrnehmen. Der Zug fuhr durch den leeren Raum. Er war nur an den Gleisen umsäumt von einer Art Grüngürtel, im Sinne von niedriger Hecke. An einem Bahnhäuschen hielt der Zug und ich stand auf einmal im Vorraum dieser sehr kleinen Bahnstation. 

Es war alles irgendwie alt, einmal ganz abgesehen von dem Schaffner, der sehr altmodisch gekleidet war. Ich hatte in dem Traum das Gefühl, dass ich auf jemanden warten muss, damit die Reise weiter gehen kann. In einem abgegrenzten Raum fand ich mich wieder. 3 Menschen lagen zugedeckt, wie aufgebahrt in einer Reihe. Ich sollte erraten welcher von ihnen es war, auf den ich warten musste. Jedoch der Sinn war ein anderer, denn ich sollte erraten, welcher von ihnen tot war. Ich bekam heraus, dass der in der Mitte tot war, der linke schwer krank und der rechte sehr alt, er sah aus wie der Eremit.

Eigenartigerweise hat der Tod mir keine Angst gemacht, mehr fürchtete ich die, die noch am Leben waren. Die Szene verschwamm und ich selbst schwamm plötzlich in dunkler Nacht in glasklarem Wasser. Das Wasser war angenehm warm, es war durchsichtig wie ein schwarzer Diamant, das zumindest habe ich im Traum gedacht. Es war noch jemand bei mir, jemand, den ich ständig beruhigen musste. Die Person hatte Panik, aber ich wusste, ich kann ihr nur helfen, wenn ich selbst die Ruhe bewahrte. Ich drehte mich schwimmend auf den Rücken und sah in den schwarzen Himmel hinauf. Ich sah unglaublich viele Sterne, aber ein Stern hat mich magisch angezogen. Ich wusste instinktiv, dass ich auf ihn zuschwimmen soll. Der Stern kam immer näher und plötzlich, als der Stern genau über mir war, hat unter mir im Wasser etwas meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. 

Unmittelbar unter dem Stern drang ein heller Schein von ganz weit unten zu mir herauf. Es war eine längst versunkene Stadt, in den Tiefen des schwarzen Ozeans. Gebäude, Strassen, ein hoher Kirchturm und selbst die toten Bäume waren noch genau zu erkennen, eine Geisterstadt. Atlantis hatte ich dabei nicht im Sinn, es war etwas anderes. Ich war auf einmal von unendlicher Wehmut und unerklärlicher Trauer erfüllt, als ich hinunter zu der Stadt sah. Ich sah mich aus mehreren Perspektiven gleichzeitig, von unten gegen das Licht der Sterne als schwimmende Gestalt, aus der Ferne und aus meiner Sicht, als Protagonistin. Dann war ich mit einem Mal sehr erschöpft und wollte nur noch eins, aufwachen. Aber es ging nicht. Kurz darauf lag ich auf einer Art Liege in meinem eigenen Haus. 

Zumindest war ich im Traum Hausbesitzerin, ich muss gerade eingezogen sein, denn ich war umgeben von vielen unausgepackten Kisten und Paketen. Alles war im Halbdunkel, einschläfernd. Auf dem Liegenrand saß meine Tochter, als sie noch ein kleines Kind war, sie hat mir unaufhörlich über den Kopf gestreichelt, sie wollte, dass ich einschlafe. Am Fenster graute der Morgen und es hat geregnet, die Tropfen trommelten auf das Fensterbrett und Windböen peitschten den Regen an die Fensterscheibe. Es war eine ruhige und tröstliche Atmosphäre. Da sagte meine Tochter plötzlich zu mir: “ Ich habe noch eine Überraschung für Dich, bevor Du einschläfst.“ 

Sie zog an einer Kordel, die ich mehr ahnte als sah, und plötzlich öffnete sich an der Wand ein Vorhang und dahinter war ein riesiges Aquarium mit kristallklarem Wasser zu sehen, mit einem Korallenriff als Mittelpunkt auf dem Sonnenpünktchen tanzten. Glitzerpartikel schwebten durchs Wasser wie Plankton. Große Kaiserfische von azurblauer Farbe schwammen mit kleinen Clownsfischen um die Wette. Aber als ich den Gesang eines Wals hörte, da wusste ich, dass dies kein Aquarium war, sondern ein Fenster zum Meer. Der Vorhang schloss sich wieder, ich wachte auf und hörte meine Lieblingsmusik, Regen, der an die Fensterscheibe trommelt.