Dienstag, 26. März 2013

Indian Summer im Winter



Irgendwo auf den Strassen von Amerika fuhr ich durch die Gegend, der Wagen sah aus wie eine Mischung aus altem Pickup und großräumigem Cabrio. Es war ein schöner Indian Summer Tag. Der warme Wind spielte mit meinen Haaren und es roch herrlich nach Herbstlaub. Ich fuhr an vielen angrenzenden Strassen vorbei. Plötzlich sah ich linker Hand eine Abzweigung, welche in eine tief verschneite Strasse führte. 

Die Bäume und Büsche bogen sich förmlich unter der Last der Schneemassen. Ich bog in diese Strasse ein. Ein alter Mann kam mir auf dem verschneiten Weg entgegen gelaufen, so als hätte er mich erwartet. Er zeigte mit dem Finger ganz aufgeregt in einen Graben. Ich sah einen zugefrorenen Flusslauf. Mein Hund rannte über das Eis. Er fing an zu springen und brach ein. Er versank in dem Eisloch und kam noch einmal jaulend nach oben, bevor er dann endgültig unter dem Eis verschwand. Unter dem Eis war die schwarze Silhouette meines Hundes genau zu sehen, er wurde durch die unfassbar starke Strömung blitzschnell davon getragen. Ich wusste augenblicklich, dass es nichts mehr gab was ich tun konnte. Ich hoffte, dass durch das eiskalte Wasser der Tod recht schnell kommen möge.

Wie vorher unser Hund kam plötzlich wie aus dem Nichts meine Tochter über das Eis gerannt, sie wollte unserem  Hund helfen. Durch rufen und wildes gestikulieren habe ich ihr verständlich gemacht, nicht zu nah an das Loch in dem Eis heranzugehen, es ist zu gefährlich und außerdem zu spät. Dann sah ich uns alle 3 auf das Haus des alten Mannes zugehen. Er verkaufte Weihnachtsbäume und ich war genau deswegen in die Strasse abgebogen, hatte es aber im Traum vergessen. 

Szenenwechsel

Ich befinde mich auf einem Frühlingsspaziergang mit einigen Bekannten und auch ein paar Fremde waren dabei. Es war ein schöner Spazierweg am Rande eines Parks. Parkseitig war der Weg gesäumt von hohen uralten Bäumen, durch das frisch sprießende Grün der ausladenden Baumkronen tanzte das Sonnenlicht in diesigen Fächern. Es sah sehr magisch und geheimnisvoll aus. Auf der anderen Seite des Weges befand sich ein Graben, der recht tief war. 

Der Graben war halb mit Wasser gefüllt. Ich genoss das herrlich frische Wetter und unterhielt mich mit einer jungen Frau, die einen Kinderwagen schob. Ich schaute in den Graben hinab und stellte fest, dass im Wasser zwar Pflanzenreste herum schwammen, es aber ansonsten sehr sauber und gesund aussah. Der Spazierweg endete an einer Kirche. Der Graben wurde tiefer, genau wie das Wasser. Im Wasser schwamm ein Bündel und ich wusste, dass in diesem Bündel unser toter Hund eingeschnürt war. Plötzlich erschien im Wasser ein riesiger Bär, er hatte es auf das Bündel abgesehen und er streckte auch schon seine Krallen danach aus, als ich aus dem Augenwinkel sah, wie eine kleine Gestalt die Böschung hinab eilte. Es war wieder mal meine Tochter. 

Ehe ich es mich versah, stand sie dem riesigen Bären gegenüber und griff nach dem Bündel. Alle Spaziergänger schrieen, um den Bären abzulenken und sie zum heraufkommen zu animieren. Auch ich schrie, aber kein einziger Laut war aus meinem Mund zu hören. Der Bär riss seinen Rachen auf und schlug mit den Pranken nach meinem Kind. Ich dachte mir noch, dass es dem Hund jetzt eh nichts mehr nützt gerettet zu werden, er ist ja schon tot. Ich wollte zu ihr gehen, aber es ging nicht, diese Richtung war versperrt von einem unsichtbaren Hindernis. Der Bär stand jetzt quer zu den Zuschauern, das Wasser spritzte unter seinen schlagenden Drohgebärden hoch auf. Sein Gebrüll wurde immer lauter. 

Meine Tochter stand ihm todesmutig gegenüber und versuchte ihm das Bündel zu entreißen. Ich lief zur Kirche, weg von der Szene, um Hilfe zu holen. Ich stand, unmittelbar nach dem ich die Kirche betreten hatte, in einer Art Kellergewölbe. Es stellte sich aber heraus, dass ich in einem Irrenhaus gelandet war, das der Teufel leitet. Ich fühlte mich in eine andere Zeit versetzt. 

Überall am Boden verstreut lag fauliges Stroh und ich hörte die Insassen unmenschliche Schreie ausstoßen. Meine langjährige Freundin kam mir lächelnd in einer Art weißem Kittel entgegen, es kann sich auch um ein Nonnenhabit gehandelt haben. In der Hand hielt sie eine überdimensionale Spritze, in welcher eine gelb/  orange Flüssigkeit auszumachen war. Ich wusste, der Inhalt der Spritze war hoch dosiertes Vitamin C. 

Szenenwechsel

Ich stand wieder an dem Graben, das Bündel war verschwunden und meine Tochter befand sich unter den Zuschauern, alle haben sich gefreut und gelacht. Es war eine gelöste und heitere Atmosphäre. Der Bär klaubte in aller Seelenruhe mit seinen Tatzen Fressbares aus dem Wasser und schien zufrieden zu sein, so als wäre nichts weiter aufregendes passiert, als plötzlich auf der anderen Seite des Grabens das Wasser aufspritzte und ein zweiter Bär auf der Bildfläche erschien. Er war genauso beeindruckend und schön wie der andere. Die Bären freuten sich aneinander, denn es war sein Weibchen, das er anscheinend lange nicht gesehen hatte. Dann wachte ich beruhigt auf.