Samstag, 23. März 2013

In der Zeit zurück



Ich fahre in einem Zug mit vielen anderen Menschen zusammen. Der Zug fährt durch eine liebliche Landschaft und die Sonne scheint. Es ist eine angenehme Situation. Auf einmal kommt Nebel auf, der Zug wird langsamer und rutscht aus dem Gleisbett. Die Menschen um mich herum geraten aber nicht in Panik und ich bleibe auch ganz ruhig und gelassen. 

Die Landschaft hat sich verändert, der Zug steckt im Morast fest, er befindet sich innerhalb eines weitläufigen Sumpfgeländes. Es war auf einmal klar, dass ich Hilfe holen soll, der Zug fängt an zu versinken. Modriges Sumpfwasser ist schon an den Fensterscheiben zu sehen. Alle sind ganz leise, irgendwie gefasst, aber auch traurig. Plötzlich werde ich emporgehoben, ich gelange durch eine Luke auf das Dach des Zuges. 

Ich schaue mich um und werde gewahr, dass das Ende des Zuges schon nicht mehr zu sehen ist, der Sumpf hat die letzten Waggons schon verschluckt. Ich stoße mich ab und kann plötzlich fliegen. Ich fliege zuerst ganz flach über dem Moor dahin, der Nebel lichtet sich allmählich, ich sehe wie der Mond untergeht, mitten am Tag. Ich fliege an einer uralten, vergessenen Reuse vorbei, an abgestorbenen Bäumen, die mit Geistermoos behangen sind, sehe den Zug, der fast komplett versunken ist und gewinne immer mehr an Höhe.

Ich lasse alles hinter mir, indem ich immer weiter aufsteige. Ich schaue nach untern und sehe meinen eigenen Schatten, der kein menschlicher ist, sondern der eines Adlers. Die Landschaft, welche sich unter mir auftaut ist atemberaubend. Berge, grüne Täler bevölkert mit vielen unterschiedlichen Tieren, darunter Grizzleys, Wapitis, Mammuts, Säbelzahntiger und andere ausgestorbene Tiere. Es war eine unglaublich klare Sicht, ich konnte viele Einzelheiten erkennen, auch Blumen in einer Explosion von Farben, Wasserfälle in denen große Fische nach oben sprangen und einen fantastischen Regebogen.

Ich wusste, dass ich in der Zeit zurück fliege, immer weiter weg von der Menschheit und ich hatte das Gefühl, dass es gut so war, ich habe innerlich aufgeatmet. Dieser Traum war besonders einprägsam, nicht zuletzt wegen des unglaublichen Gefühls der Freiheit, er wird für mich unvergesslich bleiben.