Mittwoch, 27. März 2013

Galaxien



Ich befand mich in einer Art Tiefgarage auf einer Bühne. Vor der Bühne stand ein Publikum. Es sollte eine Modenschau geben. Alles war sehr spartanisch und ohne großartige Technik. Links von der primitiven Bühne führten ein paar Stufen hinab. Da stand plötzlich eine alte Frau mit einem Einkaufswagen voller leerer Dosen. Sie hatte weiße Haare und ein gütiges Gesicht, sie sah aus wie eine Fee in Armenkleidung. Ich wusste augenblicklich, sie war etwas ganz besonderes. 

Sie sah mich an und zwinkerte mir zu, dabei wühlte sie ununterbrochen in ihrem Einkaufswagen herum. Dann fand sie, was sie die ganze Zeit gesucht hatte, ein Paket. Sie übergab es mir. Plötzlich hatte ich einen Traum von einem Kleid an. Es war eng tailliert und lief bis zu meinen Knöcheln in weitem Schwung aus. Das Kleid war von mitternachtsblauer Farbe, bestückt mit funkelnden Diamanten in allen nur erdenklichen Größen. Die Edelsteine glitzerten in allen Spektralfarben. Ich sah mich aus 2 Perspektiven. 

Als Zuschauerin und als diejenige, die das Kleid trug. Ich schaute zu der alten Frau und konnte es gar nicht fassen. Sie lächelte mich an und machte mit dem Zeigefinder kreisende Bewegungen. Ich begriff, dass ich mich drehen sollte. Das tat ich dann auch. Ich wurde schneller und schneller, habe mich von Herzen gefreut und laut gelacht. Die Welt verschwand vor meinen Augen in einem bunten Kreisel von Licht und schillernden Farben. Der Rock hat sich in einem herrlichen Schwung aufgebauscht und ich fühlte mich wieder als jene kleine Prinzessin aus Kindertagen, sie sich aus Gardinenstückchen ein Kostüm zusammengeschustert hat. Dann sah ich das ganze wieder als Zuschauerin und stellte fest, dass die scheinbar zufällig angeordneten Diamanten auf dem Kleid kleine Galaxien waren, die ebenfalls anfingen sich zu drehen, jede in ihrem eigenen Rhythmus. 

Ich schaute, (wieder aus der Perspektive der Kleidträgerin) an mir hinunter und sah, dass ich silberne Stiefel an den Füßen hatte. Als ich mich bei der alten Frau dafür bedanken wollte, in einer Mischung aus Verwunderung und wissender Freude, sah ich, dass die alte Frau verschwunden war, genau wie die Bühne und die Zuschauer. Ich war auch nicht mehr in der Tiefgarage, ich war im Weltall. Im Wesentlichen war ich körperlos, dennoch habe ich meine Hand gesehen, die auf einem Gesteinsbrocken lag, den ich als Meteoriten wahrnahm. Er zog mich mit sich fort. Ich hatte keine Angst, denn ich bestaunte die Wunder um mich herum. Der Meteorit flog auf einen noch größeren Meteoriten zu, der ragte wie ein gigantischer Felsen aus Katzengold vor mir auf, ich konnte nicht erkennen was sich dahinter befand.

An den Rändern jedoch gleißte und glänzte ein unglaublich helles Licht. Ich war der festen Überzeugung, dass wenn der Meteorit den Weg freigab, dass ich von der Sonne geblendet würde. Aber so war es nicht, der Meteorit verschwand schlagartig im Nichts und vor meinen Augen eröffnete sich ein Panorama von unglaublicher Schönheit. Es waren Spiralnebel in allen möglichen Farben. Staubpartikel, die sich zu komplexen Formen zusammenfanden, die immer schneller rotierten, bis sich im Zentrum des Geschehens ein Lichtpunkt bildete. Alles bewegte sich um diesen Lichtpunkt, der strahlte wie eine Magnesiumfackel unter Wasser. 

Kleine Explosionen brachten immer neue Farben und Konstruktionen hervor, manches sah aus wie die Farbfolge der Chakren, es war ein Wunder. Ich hörte ein leise Stimme im Kopf, die immer lauter und deutlicher wurde, ich wusste, es war die Stimme der alten Frau. Sie sagte, dass ich es nun gesehen hätte und sie hofft, dass ich damit umgehen könne. Sie hat es zwar nicht wörtlich gesagt, aber mir war klar, dass das, was sich vor meinen Augen abspielte, die Geburt eines Sterns war. Aufgewacht bin ich mit einem gewaltigen Muskelkater am ganzen Körper.